Geschichte

Vereinsgeschichte – Festschrift zum 25-jährigen Bestehen

Als am 22. Februar 1964 der Sportverein SV Erbsen gegründet wurde, glaubte niemand daran, dass sich der Verein über Jahre hinweg behaupten könne.

Nunmehr sind 25 Jahre vergangen und der Sportverein hat trotz kleiner Krisen seine Existenzberechtigung voll unter Beweis stellen können. Lassen wir aus diesem Anlaß noch mal einen Teil der wichtigsten Ereignisse Revue passieren.

Die Fußballer aus Erbsen, die damals alle für den VfB Lödingsen spielten, saßen im Herbst 1963 gemütlich beisammen. Aus einer Laune heraus kam der Gedanke auf, einen eigenen Verein in Erbsen zu gründen.

Heute darf man sagen, es war eine „ gute Laune und ein guter Gedanke“.

Nach längeren Vorbereitungen trafen sich am 22.02.1964 Erbser Bürger, um die Gründung zu vollziehen.

Der damalige Ratsherr, ALBRECHT SCHMIDT  sen., übernahm die Versammlungsleitung. Er sprach sich für einen eigenen Verein aus und wies darauf hin, wie wichtig ein Sportverein für eine Dorfgemeinde ist.

25 Bürger traten dem verein bei und der erste Vorstand wurde gewählt.

Hierzu zählten:

Hans Fibik    –    1. Vorsitzender

August Schaper    –    2. Vorsitzender

Helmut Henne    –    Kassenwart

Paul Scholz    –    Schriftführer

Rudolf Wypior    –    Sportwart

Horst Heise    –    Gerätewart

Alexander Felker    –    Jugendwart

Der FC Nürnberg war bis dahin Deutscher Rekordmeister; man nahm dieses zum Anlaß, die Farben Rot-Schwarz zu den Vereinsfarben zu bestimmen.

Nun existierte zwar ein Verein, der eigentliche Spielbetrieb konnte jedoch erst stattfinden, nachdem die Nachbarvereine Adelebsen und Eberhausen ihre Plätze zu Verfügung stellten. Zu einem großen Problem sollte sich aber die Sportplatzbeschaffung in Erbsen entwickeln.

Als Sportgelände hatte man ursprünglich den „ Hagen“ – alteingesessenen Erbsern noch als ideales Freizeitgelände bzw. „ Sportplatz“ bekannt – ins Auge gefasst. Dieses Projekt war jedoch aus Kostengründen schnell zum Scheitern verurteilt.

Schließlich wurde mit Herrn HEINRICH RAUB ein Pachtvertrag für die Wiese zwischen Bahn und seinem Anwesen geschlossen. Weidepfosten wurden gerodet und Stacheldraht beseitigt. Die Forstgenossenschaft stellte Holz zum Bau der Tore und der Barriere zu Verfügung. Viele Hände waren mit Enthusiasmus und einer nicht zu beschreibenden Euphorie dabei, die Wiese in ein Sportgelände umzuwandeln.

Bereits Pfingsten 1965 konnte die neue Sportanlage in Erbsen ihrer Bestimmung übergeben werden. Gleichzeitig wurden Duschen und Umkleideräume in unmittelbarer Nähe des Platzes gebaut. Zu der damaligen Zeit ein Luxus, den sich eigentlich nur große Vereine leisteten. Die Räumlichkeiten wurden ebenfalls von HEINRICH RAUB zu Verfügung gestellt.

Im Anfangsjahr herrschte große Aktivität, so dass mehrer Vorstands-, Monats- und Spielversammlungen einberufen werden mussten. Bei der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins konnte man mit Stolz feststellen, dass die Mitgliederzahl von 27 auf nunmehr 75 gewachsen war; zudem hatte die 1. Mannschaft die Herbstmeisterschaft gewonnen.

Insgesamt war die Stimmung dieser 1. Jahreshauptversammlung positiv. Aus dem Protokoll ist zu entnehmen, dass über den Versammlungszeitraum hinaus noch Pläne geschmiedet und die Kameradschaft gepflegt wurde. Ein weiterer Erfolg war die Gründung einer eigenen Jugendmannschaft.

Die Beiträge betrugen zu dieser Zeit 1,00 DM für Erwachsene und 0,50 DM für Jugendliche.

Bei der zweiten Jahreshauptversammlung des SVE am 26.02.1966 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Sportkamerad AUGUST SCHAPER wurde zum 1. Vorsitzender gewählt und löste somit HANS FIBIK ab, der aus beruflichen Gründen das Amt nicht mehr ausführen konnte. HANS FIBIK hält aber als 2. Vorsitzender dem Verein die Treue. AUGUST SCHAPER führte den Sportverein bis zum Jahre 1983.

Diese Jahre sind geprägt von sehr viel Kleinarbeit. In vielen Sitzungen und Tagungen gilt es immer wieder den ( kleinen ) SV zu repräsentieren und seine Belange nach außen hin zu vertreten.

Im Jahre 1971 kommt es dann zur Gründung einer Damenmannschaft. Die Damen, die anfangs noch belächelt wurden, konnten später schöne Erfolge erzielen. Höhepunkte waren 2 Mannschaften in der Bezirksklasse und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga. Die Damenmannschaft konnte im Jahre 1988 leider nicht mehr gemeldet werden, da es an Spielerinnen mangelte.

Nicht vergessen werden darf auch die Mädchenmannschaft. Unter der Betreuung von SIGRID SCHAPER konnten schöne Erfolge erzielt werden, u. a. die Kreismeisterschaft in der Halle. Bemerkungswert ist die Integration fast aller Mädchen in die Damenmannschaft. Hier zahlte sich gute Jugendarbeit aus.

Aktivitäten zeigte man besonders in der Jugendarbeit getreu dem Motto „ Die Jugend braucht den Verein und der Verein die Jugend“.  Bis zum Jahre 1972 konnte eine eigene Jugend gemeldet werden, 1973 bildete man dann mangels Spieler eine Jugendspielgemeinschaft mit dem TSV Adelebsen. Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen hatte man eine spielstarke JSG, zu der sich im Jahre 1975 noch der VfB Lödingsen gesellte.

Nicht nur das spielerische Element, sondern auch die zwischenmenschliche Beziehungen unter den Betreuern und Jugendlichen entwickelten sich positiv, denn es hieß nun nicht mehr gegeneinander sondern miteinander Fußball zu spielen. Die Chance, über den Sport alte Vorurteile abzubauen, wurde hier doch weitgehend genutzt. Die hervorragende Jugendarbeit trug dann auch bald im Herrenbereich ihre Früchte.

Das Aushängeschild des Vereins, die 1. Mannschaft, errang nach 1965 im Jahre 1979 zum zweitenmal in der Vereinsgeschichte die Staffelmeisterschaft und den Titel des Kreismeisters. Die Hälfte dieser Mannschaft bestand aus Spielern, die aus der eigenen Jugend hervorgegangen waren. Im Zusammenspiel mit erfahrenen Akteuren entstand eine homogene Mannschaft, die sich später nach einigen Anlaufschwierigkeiten in der 1. Kreisklasse im oberen Tabellendrittel etablierte.

Die Truppe wurde optimal betreut und trainierte nun auch regelmäßig, was vorher nicht immer der Fall war. Eine weit größere Auffrischung fand in den letzten 2 Jahren statt. Wieder rückten mehrere Spieler aus der eigenen Jugend nach und trugen entscheidend zur Verbesserung des Spielniveaus bei, so dass in der abgelaufenen Saison die Meisterschaft nur knapp verpasst wurde.

Nicht ohne Stolz kann man darauf verweisen, dass die 1. Mannschaft in den letzten 12 Jahren fast ausschließlich aus Erbser Spieler bestand, obwohl ein halbes Dutzend in dieser Zeit erfolgreich in anderen Vereinen tätig waren.

Dass in unserem kleinen Verein auch noch eine 2. Mannschaft existieren konnte, ist im Nachhinein gesehen fast ein kleines Wunder und dem Idealismus der damals Aktiven zuzuschreiben. Denn nicht selten fuhr man mit nur 8 Spielern los und bezog zum Teil sehr hohe Niederlagen, ließ sich aber aufgrund der guten Kameradschaft nicht entmutigen. Des öfteren wurde dennoch in Erwägung gezogen, die 2. Mannschaft abzumelden. Irgendwie jedoch fand sich immer wieder eine Truppe zusammen.

Die Situation hat sich in den letzten Jahren entspannt, so dass die „ Zweite“ in der 2. Kreisklasse mehr oder weniger erfolgreich dasteht und zudem bei Bedarf noch Spieler für die „Erste“ abstellen kann.

Ein Dankeschön an alle, die für den SV Erbsen ihre Dienste taten und noch tun.

Text und Bilder von Klaus – Dieter Fibik aus dem SV  Erbsen Heft “ 25 Jahre SV Erbsen 22.02.1964 – 22.02.1989″